Paleosophie | Tipps und Hintergründe für den zivilisierten Urmenschen | von Constantin Gonzalez

Gute Vorsätze umsetzen – 7 Tipps, damit’s auch klappt

Dieser Mann hat's geschafft!

Liebe Leser, ich wünsche Euch allen ein frohes neues Jahr 2014!

Und vielen lieben Dank an Euch alle für ein tolles Paleosophie-Jahr 2013!

50 Artikel (davon 23 Kurzmeldungen) sind es in diesem Jahr geworden, fast einer pro Woche. Über 31.000 verschiedene Leser besuchten dieses Blog in den letzten 4 Wochen und über 1.200 haben den Paleosophie-Newsletter abonniert. Vielen Dank für Euer Vertrauen!

An die 28800, die noch nicht dabei sind: Hier könnt Ihr Euch für den Newsletter anmelden!

Ein besonderer Dank gilt den Lesern, die mir in den Kommentaren oder per Email Feedback gegeben haben. Euer Feedback ist ein wesentlicher Treiber dafür, daß ich Zeit und Energie in diese Webseite investiere – und eine wichtige Quelle der Inspiration für neue Artikel.

Im letzten Jahr gab es viele neue Paleo-Bücher und dank großzügiger Autoren und Verlage konnte ich zu jedem vorgestellten Buch eine Verlosung für die Leser organisieren. Vielen Dank! Auf meinem Schreibtisch warten schon zwei neue Bücher darauf, rezensiert werden und es gibt noch mindestens ein halbes Dutzend weiterer Bücher, über die ich mal schreiben sollte…

Dank Eurer Spenden per PayPal und Flattr sowie dank Eurer Einkäufe bei Amazon* über die (natürlich immer gekennzeichneten) Affiliate-Links kann dieses Blog nun seine Hosting-Kosten wieder einspielen und es bleibt sogar noch etwas übrig, um z.B. Portokosten für Gewinnspiele oder ein paar neue Projekte zu finanzieren.

So konnte ich letztes Jahr mit Paleo-Planet.de einen Paleo-Aggregator basteln, der inzwischen über 350 Artikel aus über 25 Paleo-Blogs/Facebook-Seiten und sogar YouTube-Kanälen zusammenstellt und auf einer einfachen Seite versammelt. Über die Feiertage habe ich die Software noch einmal komplett überarbeitet, so daß die Seite jetzt noch besser geworden ist. Schaut einfach mal rein!

Besonders aber freue ich mich über Eure Erfolgsgeschichten, denn damit zeigt Ihr anderen Lesern, daß die Paleo-Ernährung viel mehr bietet, als bloß Gewicht abzunehmen: Mit einer einfachen Ernährungs-Umstellung habt Ihr mühelos Euer Idealgewicht erreicht, ein besseres Körpergefühl gewonnen, chronische Krankheiten in den Griff bekommen und das wichtigste: Mehr Lebensqualität und Lebensfreude gewonnen. Diese Erfahrungen mit anderen Lesern zu teilen erfordert Mut und Überwindung und daher bin ich jedes Mal froh, wenn ich eine Email mit einem Vorschlag für eine neue Erfolgsgeschichte bekomme – Davon gibt es nie genug.

Vielleicht hast Du, lieber Leser, über Silvester selber den Entschluß gefasst, etwas an Deinem Leben zu ändern, denn jetzt ist bekanntlich die richtige Zeit dafür: Felix vom Urgeschmack-Blog schrieb vor kurzem über Wiedergeburt in 30 Tagen, Nico von Paleo360 motivierte mit dem Artikel Abnehmen und gesund Leben als Vorsatz für 2014 – pack es an! (Artikel nicht mehr verfügbar) und Julia „Miss Picky“ Wähnert veröffentlichte gleich Miss Pickys Pläne für 2014. Joe Paleo dagegen sieht die Sache mit den Vorsätzen eher skeptisch.

Doch zurück zu Dir: Welche Ziele hast Du Dir für 2014 gesetzt? Möchtest Du 2014 Deine Ernährung auf „Paleo“ umstellen (oder eine Variante der Paleo-Ernährung)? Möchtest Du 2014 jeden Tag mindestens 15 Minuten Sport treiben oder regelmäßig Laufen gehen (vielleicht sogar barfuß)?

Was möchtest Du für Dich persönlich in 2014 erreichen?

Jetzt hast Du ein ganzes Jahr Zeit, Deine Vorsätze umzusetzen. Das ist bekanntlich schwerer, als man denkt. Jeder kennt sie, die vielen Vorsätze, die man dann doch nicht umgesetzt hat. Gut nachvollziehbare Gründe dafür gibt es viele und wenn man nach dem Schuldigen fragt ist die Antwort oft: Es war der innere Schweinehund!

Und darum soll es in diesem Artikel gehen: Wie kann man dafür sorgen, daß gute Vorsätze auch tatsächlich Wirklichkeit werden? Wie schafft man es, daß man seine Ziele nicht nur formuliert, sondern auch wirklich erreicht? Kurz: Wie besiegt man den inneren Schweinehund?

Ich hoffe, daß in den folgenden 7 Tipps für Dich mindestens einer dabei ist, der Dir helfen kann, Deine Vorsätze für 2014 zu erreichen.

Tipp #1: Das „Warum“ – Die richtigen Vorsätze fassen…

Warum macht man eigentlich gute Vorsätze für das neue Jahr? Bloß weil die anderen das tun? Weil Silvester ist? Oder was steckt genau für Dich dahinter?

Das ist eine ganz persönliche Frage. Für mich bedeutet ein guter Vorsatz, daß man sich einen Lebens-Wunsch erfüllt. Damit meine ich keinen Konsum-Wunsch („In 2014 kaufe ich mir einen Porsche“ ist kein Vorsatz, sondern Verschwendung). Damit meine ich eine echte Veränderung im Leben, eine Veränderung dessen, was man ist, nicht was man hat.

Niemand fasst den Vorsatz zu Silvester, im nächsten Jahr abzunehmen, weil das Spaß macht, oder weil das schick ist. Es steckt oft ein Wunsch nach persönlicher Veränderung dahinter: Vielleicht fühlst Du Dich durch ein chronisches Leiden behindert und möchtest versuchen, es mit einer gesünderen Ernährung in den Griff zu bekommen? Oder Du möchtest einfach am Strand besser aussehen? Oder möchtest Du eine neue Fähigkeit, ein neues Hobby lernen?

Der Grund für den Vorsatz, also das „Warum“ ist das wichtigste. Nimm Dir Zeit, zu verstehen, was Du wirklich willst, welche Person Du in 2014 sein möchtest, wie Du im nächsten Jahr über Dich selbst hinauswachsen willst. Stell’ Dir so deutlich wie möglich (vielleicht sogar mit einer selbst gemachten Collage) vor, welcher bessere Mensch Du Weihnachten 2014 sein wirst, wie Du dann aussiehst, was Du dann kannst und wie andere Dich sehen werden. Dann schreibt sich ein guter Vorsatz fast von alleine.

Tipp #2: …und Die Vorsätze richtig formulieren

Hat man seinen Herzenswunsch gefunden, fängt der Erfolg im neuen Jahr schon bei der Formulierung seiner Vorsätze an. Dabei handelt es sich um nichts anderes als Ziele und dafür gibt es reichlich Erfahrung aus dem Projektmanagement bzw. dem Selbst-Managenent.

Dort weiß man: Ein gutes Ziel sollte „SMART“ formuliert sein. Die einzelnen Buchstaben stehen für:

  • Spezifisch: Ein guter Vorsatz ist präzise und genau formuliert. Statt „Ich will in 2014 mehr Sport machen“ ist es besser, zu sagen: „Ich will in 2014 einen 10km-Lauf in weniger als 1 Stunde laufen können.“
  • Meßbar: Ein guter Vorsatz ist meßbar, dann gibt es keine Zweifel, ob man ihn erreicht hat, oder nicht. Statt: „Ich will in 2014 abnehmen“ ist es besser sich „Ich will in 2014 5 Kilo abnehmen“ vorzunehmen.
  • Erreichbar (Auf Englisch: „Achievable“): Was nützt ein guter Vorsatz, wenn er unerreichbar ist? Wer z.B. übergewichtig ist und noch nie gelaufen ist, sollte sich keinen Marathon vornehmen, das ist nur stressig und auch nicht motivierend. Allerdings ist es auch wichtig, sich Ziele zu setzen, an denen man über sich selbst hinauswachsen kann. Hier ist also Fingerspitzengefühl gefragt, um den richtigen Vorsatz zu finden, der einerseits eine echte Weiterentwicklung bedeutet, andererseits aber nicht zu anspruchsvoll ist.
  • Relevant: Ein guter Vorsatz soll persönlich etwas bringen. Man soll was davon haben. Was nützt es, die Ernährung umzustellen, wenn man es gar nicht will und man es nur tut, weil der Partner/Freunde/Verwandte/Kollegen es auch tun oder von einem verlangen? Hinter jedem guten Vorsatz sollte ein Verlangen, ein Herzenswunsch, eine Sehnsucht, eine Leidenschaft stecken, dann ist es auch viel einfacher, den Wunsch zur Realität werden zu lassen!
  • Terminiert (Englisch: „Time-bound“): „Irgendwann will ich mich mal um meine Gesundheit kümmern.“ Heißt auf Deutsch: „Nie.“ Daher ist es wichtig, Ziele mit einem eindeutigen Termin zu versehen. Bei guten Vorsätzen für das neue Jahr ist das einfach: Der Zeitraum ist genau 1 Jahr.

Klingt simpel und ist Thema eines jeden guten Jahresgesprächs mit dem Chef, aber seien wir mal ehrlich: Wer macht sich wirklich die Mühe, tatsächlich spezifische, messbare, erreichbare, relevante Ziele für das neue Jahr zu formulieren? Probier’s aus, es lohnt sich!

Wer sich also eine Ernährungsumstellung vornimmt, der könnte sich z.B. als Ziel setzen: „In 2014 ernähre ich mich mindestens 6 Tage die Woche nach der Paleo-Ernährung und nehme dadurch mindestens 10 Kilo ab.“ Oder für mehr Sport: „In 2014 werde ich insgesamt 500km barfuß oder in Barfuß-Schuhen laufen.“

Tipp #3: Die Elefantentaktik – Scheibchenweise zum Ziel

Große (trotzdem realistische, s.o.) Ziele können abschrecken. „Das ist mir zuviel!“ Oder: „Das schaffe ich nie!“ denkt man unterschwellig. Und schon ist der Enthusiasmus der Feiertage dahin und der gute Vorsatz auch.

Um das zu vermeiden kann man die Elefantentaktik nutzen. Wie aß der Urmensch sein Mammut? Bissen für Bissen, Schritt für Schritt.

Als ich mit dem Laufen anfing, lief ich zunächst kleine Strecken: 2 oder 3 km pro Lauf, nicht mehr. Dann bin ich aus Versehen 6 km gelaufen und wunderte mich über mich selbst. Heute laufe ich regelmäßig, im Urlaub fast täglich 9-10 km ohne Probleme. Das hätte ich (für den in der Schule der 1-km-Lauf schon ein Todesurteil war) früher nie gedacht. Und manchmal laufe ich einfach länger, weil es mir Spaß macht. Oder weil mein Freund Rolf gerade für einen Marathon trainiert und ich einfach mitlaufen will.

Der Punkt ist: Selbst die größten Ziele kann man in kleine Scheiben schneiden. Und dann sind sie nicht mehr so groß, sondern auf einmal ganz einfach zu erreichen. Schritt für Schritt.

Für die Paleo-Ernährung bedeutet das, das neue Ernährungs-Konzept schrittweise umzusetzen. Damit man sich der Änderungen besser bewußt wird, diese richtig umsetzt und dabei Zeit hat die Auswirkungen von neuen Ernährungsgewohnheiten am eigenen Körper zu spüren und zu verstehen.

Mach Dir einen Plan! Teile das neue Jahr in 4 Quartale auf. Oder in 12 Monate. Dann kannst Du Deinen Vorsatz in 4 oder 12 kleinere Ziele aufteilen. Führe Buch über Deine Fortschritte, damit Du siehst, wie Du deinem Wunsch näher kommst – und gehe dann Schritt für Schritt vor, wie beim Mammut.

Walt Disney hat „Disneyland“, seinen ersten Vergnügungspark der Legende nach in nur 366 Tagen erbaut. Was kannst Du in 366 Jahren Schritt für Schritt aufbauen?

Tipp #4: Gleichgesinnte suchen – zusammen erreicht man mehr

Der Mensch ist ein soziales Tier: Kaum ein Aspekt des Lebens ist nicht durch Familie, Freunde, Verwandte, Kollegen oder andere Gruppen von „anderen Menschen“ beeinflusst.

Das kannst Du Dir zunutze machen:

  • Wenn man sieht, welchen Erfolg andere haben (normale Menschen, nicht unbedingt Walt Disney), denkt man: „Das kann ich auch!“ Dann ist der gute Vorsatz für das neue Jahr gleich viel realistischer (s.o.). Deswegen bin ich ein Fan von Paleo-Erfolgsstories und veröffentliche sie so gerne in diesem Blog.
  • Wenn andere sich anstrengen, durchhalten, fokussiert bleiben oder wie auch immer ihren Zielen stetig näher kommen, dann reisst das auch einen selbst mit: Man kann sich von einer Gruppe mittragen lassen.
  • Innere Schweinehunde haben in der Gruppe keine Chance: Beim Lauftreff, der Crossfit-Gruppe oder im Fitness-Studio gibt es kein Zurück.
  • Vorsicht: Die Gruppe kann auch gute Vorsätze zunichte machen. Gerade die Paleo-Ernährung ist leider oft ein Anlaß für Skepsis im Bekanntenkreis. Hier gilt es, sich die richtigen „Mitmacher“ zu suchen. Dank Internet gibt es dafür reichlich Gelegenheit: Die Facebook-Gruppen Primal/Paleo in Germany, Freunde der Steinzeiternährung und die der Deutschen Gesellschaft für Paläo-Ernährung sind voll von tollen Menschen, die bei allen Fragen hilfreich zur Seite stehen. Und auf Paleo-Planet.de gibt es täglich neue Erfahrungsberichte, Tipps und persönliche Eindrücke, von deutschen Paleo-Blogs, die zeigen, daß man nicht alleine ist.

Konkret heißt das für Deinen Vorsatz für 2014:

  • Such’ Dir eine Gruppe von Gleichgesinnten, die mit Dir gemeinsam das gleiche Ziel verfolgen. Das kann ein lokaler Lauftreff sein, ein Fitness-Coach oder einer virtuelle Gruppe im Internet.
  • Lass Dich von Erfahrungen und Erfolgen anderer motivieren, die „es geschafft“ haben. Die findest Du in Büchern, Blogs und auch im Bekanntenkreis, je nach dem, was Du Dir für 2014 vorgenommen hast.
  • Kündige Deinen Vorsatz (vielleicht auch öffentlich) an, und laß den sozialen Druck für Dich arbeiten. Wer öffentlich zu seinen Zielen steht, der macht so schnell keinen Rückzieher. Daniel Mulec aus Österreich (getfitgeek.eu) hat seine Lebensziele als Dan’s unmögliche Missionen öffentlich ins Netz gestellt. Sehr mutig! Jetzt schaut die Welt dabei zu, wie Daniel eine Etappe nach der anderen zu seinen großen Zielen schafft, inklusive wöchentlicher Körper-Messungen.

Tipp #5: Ausmisten – Gib dem inneren Schweinehund keine Chance!

Da will man mit Fast Food und Süßigkeiten aufhören, und wird doch noch schwach: Die TK-Pizza war eben einfacher, als selber zu kochen. Die Tafel Schokolade und die Tüte Chips im Schrank mussten weg. Morgen ist auch noch ein Tag und heute kann man ja mal eine Ausnahme machen. Und so weiter.

Das sind die Gelegenheiten, die der innere Schweinehund gnadenlos für die Torpedierung guter Vorsätze ausnutzt. Der beste Weg: Gib dem inneren Schweinehund erst keine Gelegenheit, aktiv zu werden!

Gerade bei der Umstellung auf die Paleo-Ernährung hat es sich bewährt, einfach alles aus dem Kühlschrank und dem Speiseschrank zu eliminieren, was nicht zur Paleo-Ernährung gehört. Schmeiß am ersten Tag alles weg, was Zucker, Getreide, Milch, Hülsenfrüchte oder sonstige No-Go-Inhaltsstoffe enthält.

Denn wo nichts ist, kann auch der innere Schweinehund nichts ausrichten.

Die neu gewonnene Leere kannst Du dann mit Paleo-Leckereien auffüllen: Macadamia-Nüsse, Früchte, Ochsenriegel und von mir aus Schokolade, wenn sie 85% Kakaoanteil oder mehr hat, stellen den inneren Schweinehund endgültig ruhig.

Tipp #6: Mach es Deinem neuen Vorsatz so angenehm wie möglich!

Wer sagt denn, dass ein guter Vorsatz für das neue Jahr etwas anstrengendes, mühsames oder unangenehmes sein muß? Warum nicht seine Ziele und Ambitionen so angenehm und damit durchführbar wie möglich machen?

Vor drei Jahren habe ich mir zu Weihnachten ein Paar Vibram FiveFingers KSO* Barfußschuhe gekauft. Mit neuen Schuhen läuft es sich besser und man ist gleich motiviert, sie auszuprobieren!

Vor zwei Jahren kaufte ich mir ein Herzfrequenz-Meßgerät von Wahoo*: Ein neues Spielzeug für den Geek, ein Grund, öfter Laufen zu gehen und ein Meßgerät für meßbare Ziele (s.o.). Drei Motivations-Hilfen auf einmal!

Vielleicht motiviert Dich ein neues Kochbuch, mehr Gerichte selber zu kochen (statt Fast Food oder Fertiggerichte)? Oder vielleicht denkst Du Dir ein besonderes Ritual aus, dass es Dir ermöglicht, in die richtige Stimmung für die Arbeit an Deinem neuen Vorsatz zu kommen?

Es gibt viele Wege, seine guten Vorsätze so umzusetzen, dass sie Spaß machen und dadurch von alleine motivieren!

Tipp #7: Stell’ Deinen Vorsatz auf Autopilot

Einen guten Vorsatz umzusetzen, bzw. ein großes Ziel zu erreichen erfordert mentale Energie. Die Analogie ist gar nicht so weit hergeholt: Im Buch Die Macht der Disziplin: Wie wir unseren Willen trainieren können* des Psychologen Dr. Roy Baumeister (englische Originalversion: Willpower: Rediscovering Our Greatest Strength*) erklärt er, daß Willenskraft wie eine Batterie funktioniert: Morgens nach dem Aufstehen ist unsere Willenskraft aufgeladen und wir sind Herr über unsere mentale Energie.

Doch jedes mal wenn wir uns mental anstrengen, uns zurückhalten, diszipliniert sind, Entscheidungen fällen, lieber „Nein“ sagen, als einem Impuls nachzugeben oder sonstwie Kontrolle über unsere Gefühle ausüben, verbrauchen wir ein Stück Willenskraft.

Kein Wunder, daß viele Menschen nach einem anstrengenden Arbeitstag, nach einer stressigen Situation oder nach einer mentalen Dauerbelastung keine Kraft mehr haben, diszipliniert zu handeln. Das ist der Moment, in dem der Schweinehund am besten zuschlagen kann!

Dagegen gibt es ein paar gute Strategien:

  • Jede Entscheidung, auch wenn sie noch so klein ist, kostet Willenskraft, erfordert Disziplin und ist daher ein Risiko für Deinen guten Vorsatz. Mach’ Dir einen Plan, schreib Einkaufslisten im Voraus, vielleicht einen ganzen Essensplan für die Woche. Dann ist es klar, was Du tun willst, und Du hast alle Entscheidungen schon vorweggenommen. Mit einem Essensplan für die ganze Woche ist Dein Vorsatz für gesunde Ernährung auf Auto-Pilot!
  • Du kannst Deinen guten Vorsatz auch in Deinen Alltag integrieren, ihn zum Teil Deiner täglichen Routine werden lassen. Sascha Fast von Improved Eating hat eine ganze Artikelserie zur Morgenroutine geschrieben. Was zum festen Teil Deiner täglichen Routine geworden ist, passiert quasi automatisch, ohne entscheiden zu müssen, ohne hinterfragt zu werden, ohne Zweifel. Ohne Gelegenheit für den inneren Schweinehund.
  • Möchtest Du regelmäßig Sport treiben, vielleicht jeden Morgen laufen? Dann bereite am Abend alles vor: Wecker eine halbe Stunde früher stellen, Sportschuhe und Laufklamotten neben das Bett. Dann kann der Lauf am nächsten Morgen vollautomatisch losgehen, noch während der innere Schweinehund sich im Bett umdreht. Denn die Hürde, Deinen Vorsatz umzusetzen ist durch die Vorbereitung minimal klein geworden.
  • Nicht umsonst sind in der Paleo-Welt die 30-Tages-Pläne so beliebt: Denn aus Erfahrung weiss man, dass eine neue Gewohnheit oder Verhaltensänderung nach 30 Tagen in „Fleisch und Blut“ übergeht, zum Automatismus wird, so dass man nach dieser Zeit gar nicht erst darüber nachdenken muss, was man essen soll, ob man läuft oder nicht oder was auch immer man in diesen 30 Tagen eingefahren hat. Nach 30 Tagen wird ein Vorsatz zum Automatismus, wie das Zähneputzen.

Schau Dir Deine guten Vorsätze an und überlege Dir, wie Du sie Dir so einfach wie möglich machen kannst, stelle Dir einen 30-Tages-Plan zusammen und arbeite daran, eine Autopiloten für Deinen Vorsatz zu bauen!

Bonus Tipp: Mehr Zeit für Deine guten Vorsätze gewinnen!

Viele fragen mich, wie ich trotz Vollzeit-Job und Familie mit 2 Kindern noch die Zeit finde, zu laufen, zuhause zu kochen und dabei auch noch zu bloggen. Die Antwort ist: Ich nutze meine limitierte Zeit so gut wie möglich!

Hier sind ein paar Tipps, die Dir helfen werden, mehr Zeit für die Dinge zu gewinnen, die für Dich wirklich wichtig sind:

  • Schmeiss den Fernseher raus. Mein Fernseher ist kein Fernseher mehr, sondern nur ein Monitor für Filme und Serien, die ich wirklich sehen will. Wann ich will. Bewusst sehen will. Und das passiert ziemlich selten. Selbst am Wochenende läuft bei uns max. 1-2 Stunden KiKa für die Kleinen, das ist alles. Nicht mal die Nachrichten schauen wir. Laut Statista und der GfK sehen die Deutschen im Durchschnitt 248 Minuten Fernsehen pro Tag. Das sind 4 Stunden! Ein halber Arbeitstag pro Kalendertag, den Du jetzt für Deine Vorsätze nutzen kannst. Oder für andere Dinge in Deinem Leben, die wirklich wichtiger sind als Fernsehen.
  • Als nächstes sind Facebook, Twitter, YouTube & Co. dran: Wieviel Zeit verbringst Du auf diesen Webseiten mit echter, sinnvoller Kommunikation oder sinnvollen Beiträgen, und wieviel davon hängst Du nur rum?
  • Nutze Totzeiten für sinnvolle Beschäftigungen: In der S-Bahn auf dem Weg zur Arbeit lese ich Bücher, während andere Handyspiele spielen oder Facebook checken. Zwischen Tür und Angel ergeben sich oft 5, 10 oder 15 Minuten Wartezeit, in der man noch schnell eine Email beantworten kann, usw. Mach einfach die Augen auf und finde Zeiten, die Du mit Dingen füllen kannst, die Dich Deinen Vorsätzen näher bringen können. Für meinen alten Job bin ich z.B. jeden Tag 30 Minuten mit dem Auto hingefahren und Abends 30 Minuten zurück. In der Zeit habe ich dann Podcasts gehört. Für meinen aktuellen Job bin ich auf S-Bahn und U-Bahn umgestiegen: Jetzt lese ich 2*45 Minuten in U/S-Bahn und die 7 Minuten Fußweg von der U-Bahn zum Job laufe ich zu Fuß im Laufschritt. Alle Treppen in den U/S-Bahnstationen sprinte ich grundsätzlich so schnell wie möglich hoch und nehme dabei 2 Stufen auf einmal. So komme ich jeden Tag auf 15 Minuten körperliche Aktivität, ohne eine einzige Minute länger pro Tag zu brauchen. Dank Kindle* habe ich alle meine Bücher immer dabei, ohne dass sie Platz wegnehmen oder viel wiegen.
  • Zeitmanagement ist eine Wissenschaft für sich, aber auch ein faszinierendes Thema, das Dir sofort helfen kann, die einzige Ressource, die Du im Leben wirklich hast, nämlich Deine Lebens-Zeit, so sinnvoll wie möglich zu nutzen.Wer des Englischen mächtig ist, dem empfehle ich wärmstens Randy Pauschs Vorlesung über Zeitmanagement. Der Mann war an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankt und hatte zum Zeitpunkt seiner Vorlesung noch 3 Monate zu leben. Wer wäre ein besserer Experte für Zeitmanagement als jemand, der weiß, dass er nur noch 3 Monate zu leben hat? Gute deutsche Bücher zum Thema sind: Wenn du es eilig hast, gehe langsam: Mehr Zeit in einer beschleunigten Welt* von Lothar Seiwert oder Wie ich die Dinge geregelt kriege: Selbstmanagement für den Alltag. Überarbeitete Neuausgabe 2015* von David Allen (im Original: Getting Things Done: The Art of Stress-Free Productivity*). Von David Allen gibt es auch einen sehenswerten Vortrag auf Englisch.

2014: Dein Erfolgsjahr

Ob neue Ernährung, Gewicht abnehmen, weniger Alkohol/Zucker/Fastfood, mehr Sport oder ein neues Hobby: Ich hoffe, Du hast Dir spannende, SMARTe Ziele für das neue Jahr gesetzt, die Dich persönlich voranbringen und zu einem besseren Menschen machen.

Und vielleicht ist bei den obigen Tipps der ein oder andere dabei, der Dir helfen kann, Deine Ziele auch wirklich zu erreichen, so daß Du beim nächsten Jahreswechsel zufrieden auf Deine Erfolge zurückblicken kannst und Dir dann neue Vorsätze vornehmen kannst, die Du dann auch wirklich einhälst?

Deine Erfolgs-Tipps:

Welche Tipps und Strategien haben Dir geholfen, Deine Neujahrs-Vorsätze wirklich umzusetzen? Was macht Dich erfolgreicher? Welche Tricks haben Dir geholfen, den inneren Schweinehund auszutricksen, als Du für Dich die Paleo-Ernährung in Dein Leben eingebaut hast oder ein anderes Ziel umgesetzt hast?

Schreib Deine Erfahrungen unten in die Kommentare, ich freue mich darauf!

Buch-Tipps


Foto: Huron H. Smith in Boulder Hat (ohne Copyright).


*: Amazon Affiliate-Link: Kauf’ Dich schlank und unterstütze dabei Paleosophie mit einer kleinen Prämie. Wir beide gewinnen!

Von Constantin Gonzalez am 06.01.2014, aktualisiert: 19.12.2016 in Grundlagen.


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Mein Name ist Constantin, Informatiker und seit 2008 beschäftige ich mich intensiv mit Ernährung, Gesundheit und aktueller Forschung dazu.

Mit der Paleo-Ernährung (oder: „Paleo-Diät“) bin ich heute 18 kg leichter und fitter als je zuvor. Jetzt wandle ich mich vom Couch-Potato zum Athleten. Das hätte ich als klassischer „Geek“ nie gedacht!

In Paleosophie geht es um Paleo-Ernährung, was dahinter steckt, wie sie funktioniert und um immer neue Möglichkeiten, das Beste aus Deinen Genen zu machen. Mehr…

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