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Paleosophie | Tipps und Hintergründe für den zivilisierten Urmenschen | von Constantin Gonzalez

23.02.2012, aktualisiert: 25.07.2015 | Kommentare

Ketose: Wie der Körper durch Fasten Krebs und Krankheiten heilt

Mensch, Natur und Ketone

Die Karnevals/Faschings-Zeit ist vorüber und die Fastenzeit beginnt! Fasten spielt in vielen Kulturen eine wichtige Rolle und fast immer wird dem Fasten eine reinigende und heilsame Wirkung zugesprochen.

Biochemisch gesehen ist Fasten für den Körper tatsächlich eine Gelegenheit, aufzuräumen. Was genau geschieht beim Fasten?

Fasten versetzt den Körper in einen Zustand, der Ketose heißt:

  • Der Körper bekommt über längere Zeit keine Nährstoffe, insbesondere keine Kohlenhydrate und kein Eiweiss. Daher fängt er an, über Gluconeogenese neue Glucose aus Körper-Eiweiß herzustellen.
  • Dabei wird nicht wie oft angenommen wertvolle Muskelmasse abgebaut, sondern der Körper geht auf die Suche nach Abfall-Eiweiß: Alte Zellen, Bakterien, Viren (Viren bestehen zwar nur aus DNA, haben aber häufig eine schützende Hülle aus Eiweiß) usw. werden so vom Körper recycled. Dieser Vorgang heißt Autophagozytose: Kranke oder beschädigte Zellen bauen sich dabei selbst ab und darin enthaltene Bakterien und Viren werden mit abgebaut.
  • Dieser Vorgang läuft Hand in Hand mit dem Abbau von Fett, bei dem auch Ketonkörper anfallen.
  • Beim Abbau von Eiweiß zu Glucose fallen Keton-Körper an. Diese sind ein effizienter Brennstoff, den der Körper gut als Energiequelle nutzen kann.
  • Da jetzt Glucose im Körper rar ist, werden auch Bakterien geschwächt: Diese können nur Glucose als Nahrung verarbeiten während andere Körperzellen prima mit Keton-Körpern auskommen. Auch Krebszellen werden dadurch geschwächt und können dadurch unter Ketose abgebaut werden.

Ketose – Das eigentliche Heil-Fasten

Ketose ist also was tolles: Sie räumt auf, baut Krankheitserreger ab und bekämpft Krebs. Prima! Wie kann man das begünstigen?

Der Körper schaltet auf Ketose um, wenn Kohlenhydrate sehr knapp sind (20-30g pro Tag oder weniger) und/oder wenn reichlich Fett mit kurz bis mittelkettigen Fettsäuren vorhanden ist (Kokosöl, Butterfett). Man kann also die Ketose unterstützen, indem man viel Fett, vorzugsweise Kokosöl oder Butterschmalz isst, und dabei Kohlenhydrate und Eiweiss komplett weglässt.

Für die meisten Menschen wird empfohlen, 1-2 mal im Monat einen 24-Stunden Fast-Tag einzulegen (aber nur wenn man gut schläft und keinen Stress hat). Andere empfehlen, für einige Zeit alle Mahlzeiten auf ein 8-Stunden-Fenster am Tag zu beschränken (also z.B. kein Frühstück, Mittagessen um 12:00 und Abendessen um 19:00) Da die Ketose nach ca. 10-12 Stunden einsetzt, hat man damit eine Zeitlang täglich 4-6 Stunden Ketose und damit viele kleine Fastenkuren.

Ketose ist keine Keto-Azidose

Ketose wird oft mit Ketoazidose verwechselt („Ketose? Ich hab’ gehört, das ist gefährlich!“). Ketoazidose ist aber was ganz anderes: Wenn der Körper aufgrund von Stoffwechselproblemen nicht in der Lage ist, genug Glucose selbst herzustellen und er keine Kohlenhydrate über die Nahrung bekommt oder er seine Ketonkörper nicht selbst regeln kann, dann kann dadurch das Blut übersäuern, was in der Tat gefährlich ist. Das ist aber bei „gesunder Ketose“ nicht der Fall, denn wenn man sich irgendwie ernährt (Paleo oder nicht) ist es fast unmöglich, gar keine Kohlenhydrate zu sich zu nehmen (selbst Eier haben eine geringe Menge und Gemüse sowieso).

Wieviel Ketose ist gut?

Es gibt eine Debatte, ob es sinnvoll ist, bei gesunden Menschen länger als ein paar Tage im Monat in Ketose zu leben, da die Leber dabei ja damit beschäftigt ist, ca. 100-150g Glucose pro Tag aus Eiweiß neu herzustellen. Wenn dann nämlich der Müll abgebaut ist, ist das eine recht teure Art, Zucker herzustellen und die Leber hat in der Regel auch Anderes zu tun. Mangelnde Glucose hat auch Nebenwirkungen: Trockene Schleimhäute, z.B., da für die Schleimigkeit Glucose-Moleküle gebraucht werden. Daher empfehlen Paul Jaminet und andere, Ketose richtig, aber nicht übermäßig einzusetzen und in Normalphasen seinen Glucosebedarf von 100-150g am Tag durch „safe starches“ also „harmlose Stärke“ wie Gemüse, (Süß-)Kartoffeln, Knollen und andere Stärke-haltige aber Paleo-Kompatiblen Quellen zu decken.

Also erstmal aufpassen: Wenn man sich unter Ketose wohl fühlt, kann man unbegrenzt weiter machen, wenn man sich jedoch schlapper fühlt oder Anzeichen von Glucosemangel auftreten, einfach aufhören und wieder was essen.

Ketose kann noch mehr!

Ketose kann auch als Diagnosemittel eingesetzt werden: Bei Verdacht auf Befall durch einen Krankheitserreger kann man testweise ein paar Tage Ketose einlegen. Verbessern sich die Symptome, dann war der Befall bakteriell oder viral bedingt (Bakterien werden schwach, da sie wenig Glucose als Nahrung finden, Viren sind Eiweiße und werden in Ketose „recycled“). Symptome können sich in Ketose aber auch verschlechtern: Das ist ein Zeichen, dass der Befall evtl. von einem Pilz stammt, denn bestimmte Schimmelpilze können Ketonkörper verarbeiten, sind also nicht Glucose-abhängig. Dann hilft, es eine Zeitlang das Gegenteil zu machen: Fett limitieren und den Körper eine Zeitlang von seinen Fettreserven zehren zu lassen während man ausreichend (100-150g am Tag) Kohlenyhdrate zuführt.

Fühlt man sich also krank, dann wird der Körper ganz von alleine eine Ketose einfordern: Man hat einfach keinen Hunger mehr, bis die Krankheit ausgestanden ist.

Ketose hilft auch der Darmflora: Die „guten“ Darmbakterien leben in Symbiose mit dem Menschen und können in Ketose auch von ihm teilweise mitversorgt werden (über die Zusammensetzung der Darmschleimhaut) während die „bösen“ Darmbakterien in Ketose ein Problem bekommen, weil über die Nahrung keine Kohlenhydrate mehr zugeführt werden. Das hilft also, das Gleichgewicht aus guten und bösen Darmbakterien wieder in die richtige Richtung zu rücken. Bestimmte Darmkrankheiten können daher mit ketogener oder besonders Kohlenhydrat-reduzierter Diät behandelt werden, wobei es Unterschiede in der Art der erlaubten Kohlenhydraten gibt, je nach dem ob der Körper oder die Bakterien sie schneller aufnehmen können.

Fazit: Öfter mal ein bisschen Fasten!

Ketose kann man also prima zwischendurch einlegen: Abendessen weglassen (z.B. auf Dienstreisen) oder mal einen Tag lang nichts essen. Es ist nicht nötig, gleich eine Woche durchzufasten wie beim Heilfasten oder die ganze Zeit bis Ostern, um die positiven Effekte des Fastens zu nutzen.

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Von Constantin Gonzalez am 23.02.2012, aktualisiert: 25.07.2015 in Grundlagen.


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