Paleosophie | Tipps und Hintergründe für den zivilisierten Urmenschen | von Constantin Gonzalez

Homöopathie: Hilfreich oder Humbug?

Alte Medizin

Hand aufs Herz: Wer von Euch hat ein homöopathisches Präparat im Schrank?

Gelegentlich erwähnen meine Leser alternative oder Naturheilmethoden und damit wird oft auch die Homöopathie in Zusammenhang gebracht.

Homöopathie verspricht „sanfte Hilfe“ bei nahezu allen Beschwerden, indem sie die „Selbstheilungskräfte“ des Körpers „auf natürliche Weise aktiviert“, und das ohne Nebenwirkungen.

Worte wie „sanft“, „natürlich“ oder „alternativ“ klingen gut und viele, die sich für Gesundheit interessieren (und wer tut das nicht?) fühlen sich durch solche Begriffe angesprochen. Vor allem, wenn konventionelle Medizin nicht zu helfen scheint oder ihre Methoden als aggressiv („chemische Keule“) empfunden werden.

„Anders“ ist jedoch nicht immer besser und gerade bei der Homöopathie ist es sinnvoll, genauer hinzugucken.

Grob vereinfacht geht die Homöopathie von zwei Grundprinzipien aus:

  1. Gleiches soll mit Gleichem behandelt werden.
  2. Je stärker man ein Mittel verdünnt, umso besser wirkt es (das sog. „Potenzieren“).

Allein das erste Prinzip ist schon umstritten, da es keine wissenschaftlich nachvollziehbare Grundlage dafür gibt, „Gleiches mit Gleichem“ zu behandeln. Was ist überhaupt „Gleich“? Es gibt keine logische Grundlage, warum ein Stoff, der bestimmte Symptome auslöst gegen eine Krankheit helfen soll, die ähnliche oder gleiche Symptome hat. Vor allem, wenn der Stoff für die Behandlung nichts mit dem eigentlichen Krankheitserreger zu tun hat, ausser dass sich die Symptome zufällig ähneln.

Ob das stimmt oder nicht ist jedoch eher irrelevant, denn Punkt Nummer 2, die so genannte „Potenzierung“ ist hier viel interessanter:

Was heißt homöopathische „Potenzierung“ wirklich?

Das tückische an der Homöopathie ist nämlich die Herstellungsmethode ihrer Präparate – und die Tatsache, dass sie das Vorstellungsvermögen der meisten Menschen überfordert. Es ist nämlich naturgemäß schwer, sich die exponentiellen Größenordnungen vorzustellen, die bei der Herstellung von homöopathischen Mitteln im Spiel sind.

Hier also ein Versuch, anschaulicher darzustellen, wie die Herstellung von homöopathischen Präparaten funktioniert, und was das für die Wirksamkeit (oder auch nicht) bedeutet:

Bei der „Potenzierung“ von homöopathischen Heilmitteln wird eine ursprüngliche Lösung des Wirkstoffes (die „Urtinktur“) in mehreren Schritten verdünnt und geschüttelt. Nehmen wir als Beispiel das System der D-Potenzen:

  • D1: Hierbei wird die Urtinktur im Verhältnis 1:10 verdünnt und dann 10 mal geschüttelt. Im Ergebnis ist also 1/10tel so viel Wirkstoff vorhanden wie in der Urtinktur. Soweit, so gut und noch problemlos verständlich.
  • D2: Jetzt wiederholen wir die Prozedur nochmal, bekommen also einen Wirkstoff mit 1/100stel Urtinktur. D2 heißt also: 2 Nullen im Nenner. 1 Trinkglas D2-Lösung (200 ml) enthält jetzt weniger als einen halben Teelöffel (5 ml) der ursprünglichen Urtinktur.
  • D3: Wieder 1:10 verdünnen (3 Nullen im Nenner) und das Ergebnis enthält ein Tausendstel Wirkstoff. Jetzt finden wir nur noch etwa 20 Tropfen unserer Urtinktur in 1 Liter Ergebnis wieder.
  • Ab jetzt wird es unübersichtlich: Bei D4 bleiben nur noch 2 Tropfen pro Liter Ergebnis. Bei D5 brauchen wir einen 10-Liter-Eimer, um noch 2 Tropfen Urtinktur zu finden und bei D6 sind wir schon bei Badewannen, die wir brauchen, um Tropfen unserer Urtinktur zu finden. Das bedeutet z. B.: Ab einer „Potenz“ von D6 oder höher ist es einfacher, Verunreinigungen im Ergebnis zu finden (z. B. Reste von Reinigungsmittel, Staub aus der Luft, etc.), als die Urtinktur selbst! Hier sollte der gesunde Menschenverstand anfangen, zu zweifeln: Was ist, wenn in meinem homöopathischen Medikament aus Versehen etwas ganz anderes mit verdünnt und geschüttelt wurde, womöglich in einer höheren Potenzierung (und damit nach Homöopathen-Regel mit einer höheren Wirksamkeit), als die ursprüngliche Tinktur?
  • Ab D8 bekommt unsere Urtinktur Konkurrenz von Schwermetallen im Trinkwasser, denn dies ist der Bereich, in dem sich typische Grenzwerte bewegen. Und solche Grenzwerte sind so gewählt, dass problematische Stoffe wissenschaftlich gesehen keine Wirkung für den Menschen haben. Warum soll hier ausgerechnet die Urtinktur wirken?
  • Ab D24 kann man sich darüber streiten, ob noch ein Molekül der Urtinktur im Ergebnis vorhanden ist und hat dabei ungefähr so viel Recht, wie wenn man eine Münze wirft: Nur 50 % der D24-Präparate enthalten statistisch gesehen noch ein Molekül der Urtinktur. Die anderen sind komplett frei vom ursprünglichen Wirkstoff.
  • Wir spulen jetzt vor zu D60: Jetzt brauchen wir schon Galaxien des Endproduktes, um noch nennenswerte Mengen der Urtinktur zu finden, doch wer kann sich die gigantische Größe einer Galaxie wirklich vorstellen? Trotzdem hat diese Verdünnung in der Homöopathie eine zentrale Bedeutung, denn sie gilt als eine Art Maßstab für die Homöopathie, da mit dieser Verdünnung in der homöopathischen Therapie das „Arzneimittelbild“ erstellt werden soll, eine Art Diagnose, die die Grundlage für weitere Therapien bestimmt.

Zur Veranschaulichung: Die D-Nummern geben die Anzahl der Nullen im Verdünnungs-Verhältnis an, also 1:10 bei D1, 1:1000000 bei D6 und 1:1000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000 bei D60.

Das sind ganz schön viele Nullen, wenn man sie mal aufschreibt.

Wohlgemerkt ist das die Verdünnung, die den Maßstab für die Behandlung vorgibt. Und darauf soll die ganze Behandlung eines Patienten beruhen?

Eine Null ist einfach getippt, aber jedes mal wenn eine Null dazukommt, sprechen wir von einer ganzen Größenordnung zusätzlicher Verdünnung: Von Tropfen zu Löffeln zu Gläsern, Eimern, Badewannen … Galaxien!

(Übrigens gibt es auch eine C-Klassifikation mit dem Faktor 100. Bei den C-Nummern entspricht jede Zahl zwei Nullen der entsprechenden D-Nummer.)

Homöopathie wirkt nicht

Jeder Mensch mit ein wenig Bildung wird verstehen, dass es rein wissenschaftlich betrachtet keinen Weg geben kann, wie ein homöopathisches Medikament ab einer „Potenz“ von D60 überhaupt wirken kann, wenn nicht mal ein Molekül der Wirksubstanz darin enthalten ist.

Trotzdem gibt es viele Erklärungs-Versuche: Von „quantenmechanischen Effekten“ über „Informationen, die im Wasser gespeichert werden“ ist hier die Rede. Keine dieser Erklärungsversuche konnte bisher wissenschaftlich bestätigt werden.

Und so ziehen sich Befürworter häufig auf die Position zurück, dass die Wirkung von Homöopathie jenseits der Schulmedizin oder der Wissenschaft läge und damit jenseits des menschlichen Fassungsvermögens. Nur: Wenn man etwas nicht beobachten, nicht messen und nicht kontrolliert reproduzieren kann, wie soll es dann helfen?

Könnte es wirklich sein, dass Homöopathie trotzdem irgendwie auf unerklärliche Weise wirkt und wir es einfach nicht verstehen, weil die Wissenschaft noch nicht alles erklären kann? Soviel Offenheit muss doch sein, oder?

Deswegen gibt es mittlerweile hunderte von Studien und Meta-Analysen, die versucht haben, der Wirksamkeit von Homöopathie auf den Grund zu gehen, doch sie kommen in ihrer Gesamtheit eindeutig zu dem Ergebnis, dass Homöopathie nicht besser wirkt als ein Placebo. Gelegentlich meinen Studien-Autoren einen Erfolg für die Wirkung von Homöopathie in Studiendaten zu erkennen, doch bei genauerer Betrachtung stellt sich heraus, dass es genau die Studien betrifft, die weniger rigoros geführt wurden als die nach allgemein anerkannte Standards [1]

Konsequenterweise hat der Fachbereich Humanmedizin der Universität Marburg in der sog. Marburger Erklärung 1992 eindeutig und unmissverständlich Stellung bezogen und die Homöopathie als Irrlehre bezeichnet, deren geistiges Fundament auf Irrtümern beruht und deren Wirkprinzip die Täuschung des Patienten sowie die Selbsttäuschung des Behandlers ist.

Dort steht diese schöne Zusammenfassung:

„Wir behaupten keineswegs, dass die von uns vertretene Wissenschaft alles erforschen und erklären kann; wohl aber versetzt sie uns in die Lage zu erklären, dass die Homöopathie nichts erklären kann.“

Wichtig finde ich auch den ausdrücklichen Hinweis der Marburger Ärzte, dass die Homöopathie nichts mit Naturheilkunde zu tun hat. Man sollte sich also auch nicht durch Marketing-Phrasen wie „natürlich“, „Selbstheilungskräfte“ etc. täuschen lassen.

... oder wirkt sie doch?

Die Marburger Ärzte leugnen in ihrer Erklärung ausdrücklich nicht, dass die Homöopathie mitunter therapeutische Erfolge erzielen kann. Und tatsächlich ist die Fan-Gemeinde der Homöopathie sehr groß: Laut Statista betrug der Umsatz mit homöopathischen Medikamenten in Deutschland im Jahr 2015 knapp 600 Millionen Euro.

(Wer diesen Blog gut findet, kann mir gerne eine D2 bis D8 Potenzierung dieses Umsatzes überweisen. Ich gebe mich auch gerne mit eher niedrigen Potenzierungen zufrieden. Damit der Verdünnungs-Aufwand nicht zu groß wird. Vielen Dank!)

Keine kleine Zahl, für eine Methode, die buchstäblich darauf beruht, möglichst wenig Wirkstoff zu verwenden.

Tatsächlich ist die Liste der „Heilungserfolge“ groß, man braucht dafür nur im Bekanntenkreis ein wenig herum zu fragen oder „Homöopathie Erfolge“ zu googlen.

Was steckt dahinter?

Man muss sich immer vor Augen führen, dass eine therapeutische Aktion und ein beobachteter Effekt zwei verschiedene Dinge sind, die nicht immer etwas miteinander zu tun haben müssen. Genauso wie bei Studien, die Korrelation mit Kausalität verwechseln, muss es nicht sein, dass das eine das andere zur Folge hatte.

Die „Erfolge“ der Homöopathie kann man auch ohne Homöopathie erklären:

  • Jede Krankheit kann rein zufällig spontan vom selbst heilen. Hat man kurz davor ein homöopathisches Präparat genommen, ist es leicht, zu glauben, dass die Homöopathie hier „gewirkt“ hat.
  • Die meisten Krankheiten haben einen zyklischen Verlauf: Erst geht es einem ein bisschen schlecht, und man nimmt die Krankheit nicht ernst. Dann, wenn es einem deutlich schlechter geht, nimmt man ein Medikament. Nach einiger Zeit klingen die Symptome von alleine ab, weil man im Krankheitsverlauf weiter fortschreitet. Irgendwann ist die Krankheit vorbei und die Symptome klingen von alleine ab. Das ist also ein Spezialfall vom spontaner Heilung, mit dem Unterschied, dass dieser Zyklus vorhersehbar ist. Bekanntestes Beispiel: Die Erkältung. Interessant ist, dass man bei solchen Krankheiten genau dann zu Hilfsmitteln greift, wenn die Symptome am schlimmsten sind und „nichts anderes geholfen hat“. Wenn man genau dann zur Homöopathie greift, wenn die Erkrankung weit fortgeschritten ist, ist das Wunder komplett: „Ich hab alles ausprobiert und erst als ich Homöopathie ausprobiert habe, ging es mir besser!“. Hallelujah!
  • Viele Patienten probieren parallel viele Dinge aus, selten wird Homöopathie alleine angewandt. In solchen Fällen kann natürlich niemand sagen, welchen Anteil die Homöopathie am Heilungserfolg gehabt hat. Die Bereitschaft, an Homöopathie zu glauben ist jedoch sehr hoch, wenn man gerade Linderung erfahren hat. Oft ist es auch spannender, von der „alternativen Heilmethode“ im Bekanntenkreis zu erzählen, als vom konventionellen Medikament, das der Arzt verschrieben hat.
  • Homöopathische Behandler – und das ist wirklich positiv und lobenswert – nehmen sich viel Zeit und geben sich viel Mühe, die Leiden ihrer Patienten zu verstehen. Sie geben auch jenseits von Homöopathie häufig sinnvolle und hilfreiche Tipps für eine gesündere Lebensführung, wie z. B. sich auszuruhen, Bewegung an der frischen Luft, gesündere Ernährung, weniger Rauchen usw. All das sind psychologische und physiologische Faktoren, die unabhängig von Homöopathie positive Auswirkungen auf den Heilungsprozess haben können.
  • Schließlich können homöopathische Medikamente genauso wirken wie ein Placebo, denn auch Placebos sind physiologisch wirkungslos, können aber trotzdem über psychologische Mechanismen wirken. Daher die Studien, die beobachten, dass Homöopathika von Placebos nicht zu unterscheiden sind.

Wichtig: Alle diese Mechanismen sind immer aktiv, ob man Homöopathie einsetzt oder ein echtes Medikament, ob Operation oder Nahrungsergänzungsmittel oder irgendeine andere Heilmethode. Wirksam oder nicht.

Man muss sich also bei jeder Behandlungsmethode fragen, wie viel Heilungserfolg direkt aus der Methode selbst kommt und wie viel durch andere Faktoren. Das ist an sich nichts Schlechtes, denn jeder freut sich darüber, wenn eine Erkrankung spontan verheilt, man „über den Berg ist“ oder der Arzt sich besonders viel Zeit nimmt und bei der Behandlung besondere Mühe gibt. Auch einen Placebo-Effekt nimmt man gerne mit, wenn er hilft.

Placebos können mächtig sein

Gerade Placebos sind hier besonders interessant:

Ein Placebo ist ein Medikament oder ein Eingriff ohne Wirkung, bei dem der Patient jedoch im Glauben ist, es handele sich dabei um ein echtes Medikament oder einen echten Eingriff.

Obwohl Placebos keine direkte Wirkung haben, können Patienten mit Placebos trotzdem eine Verbesserung ihres Zustands erfahren – von der einfachen Schmerzlinderung bis zur vollständigen Heilung. Und zwar nachweislich besser, als wenn sie gar nicht behandelt worden wären.

Dieser „Placebo-Effekt“ klingt widersprüchlich und verwirrend (wie kann etwas heilen, was nicht wirkt?), ist jedoch unbestritten. Er kann sogar sehr mächtig sein und genauso gut wirken wie eine echte Operation. Das zeigt, welche starke Rolle die Psychologie und die mentale Einstellung des Patienten auf seine Gesundheit hat, so dass Mediziner verstärkt nach konkreten Wirkmechanismen von Placebos forschen, um diesen Effekt besser zu verstehen und auch nutzen zu können [2][3].

Ist Homöopathie dennoch gerechtfertigt?

Wir halten fest:

  • Homöopathie an sich ist wirkungslos und beruht auf einer Irrlehre.
  • Die angebliche Wirkung von Homöopathie kann durch andere Einflüsse, inklusive Placebo-Effekten erklärt werden, die unabhängig von Homöopathie sind.
  • Wie Placebos zeigen, kann die Psyche des Menschen einen hohen Anteil am Behandlungserfolg ausmachen.

Ist es daher vielleicht nicht doch etwas Gutes, Homöopathie anzuwenden und bewusst oder unbewusst die Placebo-Wirkung zu nutzen?

Ich bin hier für ein klares Nein, und zwar aus folgendem Grund:

  • Entweder verschreibt jemand ein homöopathisches Präparat, um den Patienten bewusst zu täuschen. Dann wäre für mich das Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient gestört.
  • Oder der Behandler verschreibt ein homöopathisches Präparat im Glauben, dass es wirkt und täuscht dabei sich selbst. Doch wer möchte gerne von jemandem behandelt werden der gar nicht weiß, was sie/er tut?

Beide Varianten finde ich nicht akzeptabel. Lediglich in harmlose Situationen (z. B. eine Aua-Creme bei Kindern) halte ich die bewusste Täuschung durch Placebos für richtig, vor allem, wenn man dadurch unnötige Behandlungsmethoden oder Medikamente mit Nebenwirkungen vermeiden kann.

Mir ist es gerade bei Gesundheits-Themen wichtig, zu wissen, was man weiß, und auch zu wissen, was man nicht weiß. Es geht hier um Transparenz und darum, den Dingen auf den Grund zu gehen. Statt sich von den hanebüchenen Theorien des Herrn Hahnemann täuschen zu lassen.

Übrigens: Homöopathie hat viele Varianten und ähnlich begründete Verwandte, wie z. B. Bach-Blüten oder Schüßler-Salze. Für sie gilt prinzipiell das Gleiche.

Niemandem ist langfristig geholfen, wenn jemand getäuscht wird, ob der Patient oder der Behandler, das Ergebnis rechtfertigt hier nicht die Mittel.

Und wenn Placebos nützlich sind (und das kann durchaus sein), dann wirken sie auch dann, wenn man echte Präparate, Medikamente, Methoden oder Verfahren anwendet. Der Placebo-Effekt ist also kein Grund, Homöopathie zu rechtfertigen.

Was tun, statt Homöopathie?

Einige Leser werden vielleicht enttäuscht sein, wenn ich hier so klar gegen eine Lehre argumentiere, die sonst einen eher positiven Ruf genießt („sanft“, „natürlich“ usw.).

Ich finde aber: Enttäuschung ist etwas Positives: Enttäuschung heißt ja wörtlich: „Nicht mehr getäuscht sein“.

Wenn jetzt die Homöopathie nicht mehr die Alternative ist, nach der man vielleicht gesucht hat, was dann?

Zuerst ist es wichtig, in sich zu gehen und zu fragen: Was möchte ich wirklich? Was hätte ich in der Homöopathie gesucht, was ich woanders nicht gefunden habe? Was genau fehlt mir? Was kann mir wirklich helfen?

Oft sind es nicht die Präparate, Globuli oder Tinkturen, die Menschen in der Homöopathie suchen, sondern sie suchen nach Antworten, Zuwendung, Beratung, eine zweite Meinung oder einen anderen Blickwinkel. Für diese Bedürfnisse gibt es fast immer seriösere, vielleicht nicht einfachere, aber sicherlich sinnvollere Möglichkeiten:

  • Wer Antworten sucht, muss wissenschaftlich sauber beobachten, experimentieren und systematisch Hypothesen aufstellen und widerlegen, bis am Ende eine logisch sinnvolle Erklärung übrig bleibt. Seriöse Ärzte gehen so vor.
  • Wer das Gefühl hat, dass sein Arzt einem nicht zuhört, sich nicht richtig Zeit nimmt oder nicht gründlich genug arbeitet, der kann versuchen, einen anderen Arzt zu finden, der diesen Aspekt stärker betont. Auch Heilpraktiker und andere Behandler können hier hilfreich sein, wenn sie fachlich sauber und logisch nachvollziehbar behandeln.
  • Gesundheit kann man nicht „outsourcen“. Kneipp hat mal gesagt: „Gesundheit bekommt man nicht im Handel, sondern durch den Lebenswandel“ und (unabhängig davon, ob seine Methoden gut sind oder nicht) ich finde, er hat Recht. Wer krank ist, der muss Verantwortung für seine eigene Gesundheit übernehmen.
  • Das bedeutet oft auch, dass man sich so gut wie möglich über Krankheiten informiert, die einen betreffen. Im Zeitalter des Internet war das noch nie so einfach wie heute – auch wenn man dafür eine gewisse Medienkompetenz braucht und lernen muss, echte Informationen vom Rauschen im Informations-Dschungel zu trennen.

Was meint Ihr zum Thema Homöopathie?

Quellen

[1]
Shang A, Huwiler-Müntener K, Nartey L, Jüni P, Dörig S, Sterne JA, Pewsner D, Egger M: Are the clinical effects of homoeopathy placebo effects? Comparative study of placebo-controlled trials of homoeopathy and allopathy., 2005 Aug 27
[2]
Miller FG, Colloca L, Kaptchuk TJ: The placebo effect: illness and interpersonal healing., 2009 Autumn
[3]
Moseley JB, O'Malley K, Petersen NJ, Menke TJ, Brody BA, Kuykendall DH, Hollingsworth JC, Ashton CM, Wray NP: A controlled trial of arthroscopic surgery for osteoarthritis of the knee., 2002


Bildnachweis: Medizin-Bild von Unsplash-Nutzer Matt Briney, genutzt unter der freien Unsplash-Lizenz.

Von Constantin Gonzalez am 11.04.2017, aktualisiert: 08.05.2017 in Allgemein.


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