Paleosophie | Tipps und Hintergründe für den zivilisierten Urmenschen | von Constantin Gonzalez

Paleo-Erfolg: „Das erfolgreichste Experiment meiner Ernährungsgeschichte“

Ein leckeres Paleo-Frühstück

Dieser Erfahrungsbericht mit der Paleo-Ernährung zeigt sehr schön drei wichtige Prinzipien auf:

  • Auch kleine Mengen von minderwertigen Zivilisations-Zutaten wie raffinierter Zucker oder Getreideprodukte können einen großen Unterschied machen.
  • Es ist wichtig, sich eine eigene Meinung zu bilden und mit Experimenten für sich selbst herauszufinden, was funktioniert, und was nicht.
  • Oft braucht man einfach Geduld, bis man die Ursache von vermeintlich „unheilbaren“ Beschwerden gefunden hat.

Lest selbst, welche Erfahrungen diese Leserin gemacht hat, bis sie auf die Paleo-Ernährung gestoßen ist:

Eingerissene Mundwinkel und Akne

Seit der Kindheit habe ich unter gerissenen Mundwinkeln und Akne gelitten. Über Ernährung habe ich mir wenig Gedanken gemacht und nahm die Beschwerden einfach hin.

So sah meine Ernährung vor ca. zehn Jahren aus:

  • Zum Frühstück habe ich Toastbrot mit Nutella, darauf noch Konfitüre gegessen und dazu eine Tasse Kakao getrunken.
  • Mittags gab es meistens Spaghetti mit Tomatensoße, Wiener Würstchen und Parmesan.
  • Abends Weißbrot mit Wurst und Käse und eine (!) Tomate.

Fast jeden Tag, wirklich. Oder Pizza.

Billig, schnell und lecker, fand ich damals.

Ich mochte kein Gemüse, keine Kartoffeln, kein Reis.

Abends habe ich eine Zeit lang jeden Tag eine Tafel Schokolade mit Eierlikör gegessen. Ich habe seit meiner Kindheit gewusst, dass Zucker schlecht für die Zähne sei, aber ich habe darauf geachtet, Zähne zu putzen, also habe ich mir über die Ernährung und vor allem den Zuckerkonsum wenig Gedanken gemacht.

Bis sich meine Akne so verschlechterte, dass der halbe Rücken entzündet war und die Ärzte von einer möglichen Infektion sprachen, aber keiner helfen konnte.

Mit Ernährung beschäftigen

Also habe ich angefangen, mich mit Ernährung zu beschäftigen. Ich habe gelesen, das gehärtete Fette nicht gut sind und versuchte diese zu meiden. Ich fing an Kartoffeln zu essen, aber so richtig hat es nicht geschmeckt.

Pizza und Spaghetti, sowie Lasagne blieben … Die Akne ging zurück aber es kamen andere Beschwerden dazu – wiederkehrende Blasenentzündungen, gerissene Mundwinkel, Ekzeme und Müdigkeit.

Also forschte ich weiter …

Habe über Säure Basen Haushalt gelesen und angefangen, basische Lebensmittel zu essen und Zucker zu reduzieren. Das hielt nicht lange an, Pizza und Kuchen war zu verlockend.

Ich habe versucht, die Beschwerden und meinen Körper „auszutricksen“. Da ich vor allem nach dem Verzehr von Kuchen spürte, dass ich wieder eine Blasenentzündung bekomme, nahm ich eine Basen-Tablette oder aß Paprika.

Das hat meistens geholfen, aber nicht immer. Als sich das Ekzem verschlechtert hat, habe ich einen radikalen Schritt gemacht – für einen Monat gar kein Zucker. Die Haut fing an zu heilen.

Ist es der Zucker?

Als ich jedoch wieder kleine Mengen Zucker probiert habe, fing die Haut gleich an zu jucken. Meine Familie meinte, das bilde ich mir ein. Ich ließ also den Zucker wieder weg und das Ekzem heilte.

Gerissene Mundwinkel und Probleme mit der Blase sind geblieben.

Mein Sohn, damals vielleicht 1 Jahr alt, bekam auch Ekzeme, die Ärztin meinte wir sollen herausfinden, auf was er reagiert – Tomaten, Orangen … Helfen konnte uns niemand.

Die Ekzeme sind nach einem Jahr verschwunden, er leidet jedoch wie ich manchmal unter gerissenen Mundwinkeln (er ist jetzt 8 Jahre alt).

Ich habe angefangen viele Bücher über Ernährung zu lesen – Säure Basen Haushalt, Brucker Ernährung, Bücher über Candida albicans …

Ich habe mich phasenweise ohne Milchprodukte ernährt, ohne Zucker, ohne Fleisch. Keins von diesen Experimenten brachte Erfolge.

Ich habe statt Zucker Agavendicksaft genommen und auch Kuchen damit gebacken. Und dachte, dass ich jetzt die ideale Lösung für mich gefunden hatte, da ich auf raffinierten Zucker verzichtete, aber Kuchen genießen wollte!

Vollkorn ist doch gesund, oder?

Zum Frühstück gab es Vollkorntoastbrot, Weizenmehl (Vollkorn wurde überall als gesünder beschrieben) mit zuckerfreier Konfitüre. Meine Probleme waren jedoch nicht weg: Vor allem nach dem Kuchen mit Agavendicksaft wurden meine Mundwinkel schlimmer. Ich dachte, ich bin gegen geringste Mengen Zucker allergisch!

In meiner Phase ohne Milchprodukte probierte ich verschiedene Drinks aus. Haferdrinks lösten bei mir wieder Probleme mit der Blase aus, genauso Gerstenmalz-Kaffeeersatz. Dafür hatte ich keine Erklärung – es war gar kein Zucker drin. Ich dachte schon, ich bilde mir das wirklich nur ein …

Als meine Tochter geboren wurde und ein paar Monate alt war, bekam sie auch Ekzeme. Ich war verzweifelt. Sie war unruhig und ich dachte ich muss etwas gegen die Ekzeme unternehmen. Sie wurde voll gestillt. Also habe ich gedacht, dass sie auf bestimmte Säure durch meine Muttermilch reagiert.

Ich ließ Tomaten, Orangen, Milchprodukte weg, immer eins nach dem anderen. Die Ekzeme wurden schlimmer. Genauso meine Mundwinkel.

Ich dachte, vielleicht ernähre ich mich immer noch zu sauer. Ich habe also Fleisch weggelassen, und habe viel Gemüse gegessen. Als wir im Urlaub waren, habe ich nach Kuchen (in wirklich geringen Mengen), Pizza und Spaghetti erneut Beschwerden gehabt.

Weitere Experimente

Da es am Buffet im Hotel Rührei gab, habe ich gedacht, mal etwas anderes zu probieren – Rührei mit Speck, dazu Lachs. Es hat gut geschmeckt, machte satt!

In einem Buch habe ich nämlich entdeckt, dass sich Pilze durch Kohlenhydrate ernähren und ich versuchte, auf Kohlenhydrate zu verzichten. Die Beschwerden wurden besser.

Im Buch stand, dass man aber später ruhig wieder Kohlenhydrate einführen darf. Also habe ich wieder Nudeln gegessen (mit zuckerfreier Tomatensoße, fertigem Spinat), und die Beschwerden kamen wieder, die Ekzeme wurden schlimmer!

Dabei habe ich Vollkornnudeln genommen, die gesünder sein sollten!

Die Paleo-Ernährung

Also habe ich wieder mal im Internet recherchiert und bin auf die Paleosophie-Seite gestoßen, auf einen Erfahrungsbericht über Neurodermitis.

Dass mir (und meiner Tochter) Mehl schadet, hätte ich nie geglaubt!

Ich wagte aber einen Versuch und ließ das Mehl weg. Nur Fleisch, Fisch, Gemüse, in Maßen Obst, manchmal Kartoffeln und Bio-Milchprodukte.

Und so begann das erfolgreichste Experiment meiner Ernährungsgeschichte!

Tag für Tag wurden die Ekzeme besser bis die Haut verheilt ist. Ohne Salbe, ohne Medikamente. Und meine Mundwinkel reißen nicht mehr.

Ich bin begeistert und mache weiter!

Das Paleo-Essen schmeckt super, macht satt und ein selbstgemachter Schokopudding ohne Zucker ist ein Traum, so dass mir raffinierter Zucker gar nicht mehr fehlt … ;-)

Eure Erfahrungen

Welche Erfahrungen habt Ihr mit der Paleo-Ernährung gemacht? Schickt mir eine Mail mit Euren Paleo-Erfahrungen!

Von Constantin Gonzalez am 05.08.2014, aktualisiert: 19.12.2016 in Erfolge.


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Willkommen!

Mein Name ist Constantin, Informatiker und seit 2008 beschäftige ich mich intensiv mit Ernährung, Gesundheit und aktueller Forschung dazu.

Mit der Paleo-Ernährung (oder: „Paleo-Diät“) bin ich heute 18 kg leichter und fitter als je zuvor. Jetzt wandle ich mich vom Couch-Potato zum Athleten. Das hätte ich als klassischer „Geek“ nie gedacht!

In Paleosophie geht es um Paleo-Ernährung, was dahinter steckt, wie sie funktioniert und um immer neue Möglichkeiten, das Beste aus Deinen Genen zu machen. Mehr…

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