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Paleosophie | Tipps und Hintergründe für den zivilisierten Urmenschen | von Constantin Gonzalez

19.05.2014, aktualisiert: 19.12.2016 | Kommentare

Der richtige Sport für Paleo-Enthusiasten (mit Video-Tipp)

Freeclimbing auf dem Spielplatz

Oft werde ich von Lesern gefragt, ob denn die Paleo-Ernährung auch für Sportler Vorteile bringt.

Die Antwort ist einfach: Ja.

Die Paleo-Ernährung eliminiert Getreide, Hülsenfrüchte, Milch und Zucker, um schädliche oder problematische Stoffe zu minimieren und ersetzt sie durch Lebensmittel wie Fleisch, Fisch, Eier, Gemüse, Obst, Kräuter und Nüsse, die mehr Vitamine, Mineralien und andere Mikro-Nährstoffe enthalten und ganz von alleine ein natürliches Verhältnis von Proteinen, Fett und Kohlenhydraten ergeben.

Das unterstützt den Körper optimal, auch den Sportler-Körper, wie z.B. Gast-Autor Nils in seinem Artikel zu Paläo und Sport ausgeführt hat.

In diesem Artikel möchte ich die umgekehrte Frage diskutieren: Was ist der richtige Sport für Paleo-Fans?

Das Ziel

Jeder Sportler verfolgt mit seiner gewählten Sportart ein Ziel: Grenzen ausloten, gut am Strand aussehen, Spaß am Sport, einen Ausgleich zu Job und Streß finden, abnehmen, usw.

Das sind alles gute Ziele und ich möchte hier auch niemanden von seinem gewählten sportlichen Ziel abbringen. Vielmehr möchte ich ein Ziel formulieren, das ich für mich selbst als „Paleo-Sport-Ziel“ verstehe.

Denn wenn das Ziel der Paleo-Ernährung darin besteht, eine Ernährung zu finden, die die Gesundheit des Körpers optimal unterstützt, weil sie über Jahrmillionen von Jahren vom Urmenschen gegessen wurde und nach aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen im Einklang mit dem Metabolismus ist, dann ist doch folgendes Ziel für einen echten „Paleo-Sport“ nur kosequent:

Eine Sportart ausüben, die den menschlichen Körper optimal trainiert, weil sie schon vom Urmenschen regelmäßig ausgeübt wurde und auf natürliche Weise zu seinem biomechanischen Aufbau passt.

Ausdauersport vs. Kraftsport

Grob gesehen kann man die meisten Sportarten in zwei Kategorien einteilen: Ausdauersport und Kraftsport. Oft machen sich Vertreter der einen Seite (natürlich nicht ernst gemeint, sondern völlig sportlich) lustig über die andere Seite.

Für mich ist beides „Paleo“, denn der Urmensch hat sich evolutionär gesehen sowohl zum Langstreckenläufer entwickelt (Buchtipp: Born to Run: Ein vergessenes Volk und das Geheimnis der besten und glücklichsten Läufer der Welt* von Christopher McDougall), als auch zum Kraftmenschen. Denn das Tier, das er jagte, musste auch erlegt und transportiert werden.

Für mich ist auch aus gesundheitlichen Gründen beides wichtig: Wichtige Stoffwechsel-Vorgänge, hormonelle Prozesse usw. werden durch beide Kategorien gefördert, und dabei schöpft keine der beiden das Potenzial des Menschen vollständig aus.

Jeder sollte Beides machen.

Beim Ausdauersport fällt einem natürlich zuerst das Laufen ein. Klar: Laufen ist Paleo, denn das ist die älteste Fortbewegungs-Methode der Welt. Barfußlaufen (ob mit Barfuß-Schuhen oder ganz ohne) ist besser (wenn man es richtig macht), denn es entspricht der biomechanischen „Lauf-Maschine“ Mensch am besten. Schwimmer werden sicher bemerken, dass auch ihre Sportart was für sich hat und sie haben sicher recht. Der Punkt: Natürliche Fortbewegungs-Methoden sind automatisch auf die Biomechanik des Menschen abgestimmt und sind deswegen optimal geeignet.

Auch beim Kraftsport bin ich der Meinung, dass natürliche Bewegungs-Abläufe die Grundlage einer guten Sportart bieten sollten. Hier fallen für mich Bodybuilding-Maschinen gnadenlos durch: Diese sind darauf optimiert, nur isolierte Muskeln oder Muskel-Gruppen einzeln zu trainieren und widersprechen damit den natürlichen Bewegungsabläufen. Viel besser finde ich Körpergewicht-Training, weil es hier darum geht, den Körper selbst zu bewegen (daran haben die Muskeln sich schließlich evolutionär angepasst) und weil die Bewegungsabläufe hierbei automatisch natürlich sind, sowie alle Muskeln als Ganzes trainiert werden, so wie sie zusammenarbeiten sollen.

Hierzu gehören sicher auch Sportarten wie Freeclimbing, Parkur (passt auch gut zum Laufen), oder auch mancher Kampfsport. Auch neuere Trainingsformen, wie Primal Move oder Functional Training gehören dazu, sowie Training mit Gewichten, wenn die Bewegungsabläufe dabei natürlich bleiben und der Körper bei seiner natürlichen Entwicklung unterstützt wird, wie z.B. beim Kettlebell-Training. Also: schwere Dinge heben, z.B. sich selbst, Dinge aus der Umgebung oder Gewichte, aber auf natürliche Art und Weise. Kein Wunder, dass Crossfit häufig auch mit der Paleo-Ernährung in Verbindung gebracht wird.

Wieviel Sport?

Ähnlich wie beim Essen, bin ich ein großer Fan davon, auch beim Sport auf den eigenen Körper zu hören: Was gut tut ist richtig, wenn es schmerzt, dann läuft wahrscheinlich etwas schief.

Ich finde Laufen als Sport toll, aber ich bin nicht besonders von Marathons überzeugt. Der Grund: Für die meisten Menschen ist das einfach zu viel. Eine alte Faustregel besagt: Das gesündeste am Marathon ist das Training dafür. Da ist was wahres dran. Auf der anderen Seite kenne ich Menschen, die gerne Marathons laufen und daraus neue Kraft schöpfen. Das ist ok, solange man sich nicht dabei unnötig schadet.

Heute laufe ich fast jedes Wochenende ca. 8-10 km barfuß durch eine Strecke, die zu 80% aus Wald, 10% aus Straße und 10% aus Schotter (aua) besteht. Das ist für mich die ideale Strecke und ich habe mich schrittweise an diese Strecke herantrainiert. Wenn ich Zeit habe (z.B. im Urlaub), laufe ich auch 2-3 mal die Woche und es kann auch sein, dass ich längere Strecken laufe, aber das wichtigste dabei ist, dass ich mich damit gut fühle, ohne unter- oder überfordert zu sein und dass ich dabei Fortschritte mache.

Bei Kraftsport ist das ähnlich: Wer permanent Muskelkater hat und seine Bewegungen schlampig ausführt, um „nur noch eine Wiederholung“ hinzukriegen, tut sich bestimmt keinen Gefallen. Besser ist es, seine Übungen richtig und sauber auszuführen und dabei die Kontrolle über die Bewegung in den Vordergrund zu stellen. Das ist viel mehr in Sinne eines gesunden Körpers als pure Leistung.

Und: Sport kann man jeden Tag und überall ausüben. Wie der Urmensch auch. Auf dem Weg zur Arbeit habe ich mir angewöhnt, jede Treppe in jeder U-Bahn-Station im Sprint hochzulaufen, so schnell wie ich kann und mit zwei Treppenstufen pro Schritt. Am Anfang kommt man sich ein wenig komisch dabei vor, aber mit der Zeit wird das zur Gewohnheit und inzwischen fallen mir andere Leute auf, die ebenfalls diese kurzen Sprint-Gelegenheiten nutzen.

Wer Kinder hat, kann ihnen auf dem Spielplatz nicht nur zugucken, sondern selber mitklettern, warum nicht?

Mein nächsten Schritte

Nachdem ich jetzt routinierter Läufer bin, fehlt mir ein wenig der Kraft-Aspekt. Ich habe zwar in der Vergangenheit immer wieder mal Übungen mit dem Körpergewicht gemacht, um eine gewisse Grundfitness zu bekommen, aber ich könnte hier mehr tun.

Daher habe ich mir jetzt Convict Conditioning: How to Bust Free of All Weakness-Using the Lost Secrets of Supreme Survival Strength von Paul Wade besorgt (Danke an Robert Rimoczi von der Kraba für den Tipp!). Das ist die Bibel für das Körpergewicht-Trainings und sie wird mich die nächsten Monate sicher gut beschäftigten. Danach fange ich mit einem guten Kettlebell-Grundlagenkurs, natürlich bei Robert an.

Ich hoffe, in späteren Artikeln mehr dazu berichten zu können.

Video: Was man mit dem richtigen Training alles machen kann!

Zum Schluß ein Musik-Video, über das ich neulich zufällig gestolpert bin. Ich finde, es verkörpert sehr schön, dass man mit dem richtigen Training „Unmögliches“ machen kann. Die ganze Stadt kann zum Spielplatz werden. Gerade weil es die optimale Entwicklung des Körpers in allen Dimensionen wie Kraft, Schnelligkeit, Koordination, Beweglichkeit und Ausdauer fördert, statt monoton nur ein Bewegungsmuster oder nur bestimmte, optisch wertvolle aber sonst wenig nützliche Muskelgruppen zu entwickeln.

Vorsicht: Bitte nicht nachmachen!

Star dieses Videos ist übrigens der Freeclimbing-Artist Mustang Wanted.

Buch- und Geräte-Tipps

Jetzt seid Ihr dran!

Ich bin kein Sportwissenschaftler, daher nähere ich mich jetzt dem Thema eher vorsichtig und aus den Grundprinzipien des Paleo-Lifestyles heraus. Daher interessieren mich Eure Kommentare hierzu besonders: Welche Sportart unterstützt für Euch optimal den menschlichen Körper dabei, sein Potenzial auf natürliche Weise zu entfalten?


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Von Constantin Gonzalez am 19.05.2014, aktualisiert: 19.12.2016 in Grundlagen.


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Kommentare

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Mein Name ist Constantin, Informatiker und seit 2008 beschäftige ich mich intensiv mit Ernährung, Gesundheit und aktueller Forschung dazu.

Mit der Paleo-Ernährung (oder: „Paleo-Diät“) bin ich heute 18 kg leichter und fitter als je zuvor. Jetzt wandle ich mich vom Couch-Potato zum Athleten. Das hätte ich als klassischer „Geek“ nie gedacht!

In Paleosophie geht es um Paleo-Ernährung, was dahinter steckt, wie sie funktioniert und um immer neue Möglichkeiten, das Beste aus Deinen Genen zu machen. Mehr…

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