Paleosophie | Tipps und Hintergründe für den zivilisierten Urmenschen | von Constantin Gonzalez

Schlanker, gesünder und sparsamer mit einem simplen Trick

Ein Glas Leitungswasser

In Leser-Emails und in Kommentaren kommen immer wieder Bedenken, die Paleo-Ernährung wäre teuer. Gleichzeitig betonen Leserinnen und Leser, dass sie sich gesünder ernähren und schlanker sein wollen.

Hier ist ein ganz einfacher Trick. Er hilft, schlanker und gesünder zu werden und er spart gleichzeitig Kosten: Leitungswasser trinken!

Wie funktioniert das?

Das trinken die Deutschen.

Laut einem Bericht des Robert-Koch-Institutes zum Thema Limo, Saft & Co – Konsum zuckerhaltiger Getränke in Deutschland trinken die Deutschen pro Jahr etwa 140 Liter Erfrischungsgetränke und 38 Liter Säfte.

Hinzu kommen nach Angaben von Statista.com ca. 140 Liter Mineralwasser pro Jahr.

Um die Zahlen etwas besser vorstellbar zu machen: Pro Woche trinkt Otto Normalverbraucher damit ca. 2,7 Liter Erfrischungsgetränke, 0,7 Liter Säfte und 2,7 Liter Mineralwasser.

Ich persönlich halte die Saft-Werte für zu niedrig: Wer jeden Tag ein Glas Orangensaft trinkt, der kommt schon alleine dadurch auf 1,4 Liter pro Woche. Da es sich hier um statistische Mittelwerte handelt, werden sicher eine Menge Leute genau das tun (1 Glas O-Saft pro Woche) und ca. ebenso viele Leute zum Frühstück etwas anderes trinken.

Egal, bleiben wir bei den statistischen Werten:

Ist das gesund? Macht das schlank? Wieviel kostet das?

Erfrischungsgetränke und Säfte enthalten Zucker, und das nicht zu knapp.

Haushalts- und Industrie-Zucker wird im Körper in Glucose (=Traubenzucker) und in Fructose (=Fruchtzucker) aufgespalten. Glucose ist in moderaten Mengen relativ harmlos (wie einige andere Kohlenhydrate auch), Fructose dagegen ist schlicht ungesund.

Keine Angst, hier kommt nicht schon wieder ein Anti-Zucker-Artikel, da verweise ich einfach auf den Zuckerartikel mit Prof. Lustig und exemplarisch auf den zusammenfassenden Forschungsbericht Fructose, insulin resistance, and metabolic dyslipidemia., der die negativen Auswirkungen von Fructose auf den menschlichen Metabolismus zusammenfasst.

Die meisten Menschen sind sich einig, dass Colas, Limonaden und andere zuckerhaltige Getränke ungesund sind. Aber wie sieht es mit Fruchtsäften aus?

Je nach Hersteller und Sorte enthalten Fruchtsäfte etwa 10 Gramm Zucker pro 100 Gramm Saft (Beispiel: Hier die Angaben von Alnatura Bio-Orangensaft).

Das ist immerhin ein Zehntel des Gesamtgewichts. Oder anders ausgedrückt:

1 Glas O-Saft mit 200ml enthält ca. 20 Gramm Zucker, das sind 4 gehäufte Teelöffel.

Dabei ist es unerheblich, ob der Zucker von der Frucht stammt oder ob es sich (wie beim Softdrink) um Zucker handelt, der zugesetzt wurde.

Und jetzt heisst es festhalten: Coca-Cola enthält nur 10% mehr Zucker als Orangensaft. Ob Saft oder Cola, der Zucker-Anteil ist vergleichbar, da sollten wir uns nichts vormachen.

Ist das Glas O-Saft zum Frühstück also zuviel Zucker?

Vielleicht hilft hier ein Vergleich: Pro Glas Orangensaft braucht man etwa 4 Orangen. Obst ist zwar gesund, aber 4 Orangen zum Frühstück sind doch etwas viel.

Ob Cola, Limonade, Softdrink oder Fruchtsäfte: Bei allen Varianten handelt es sich um Zuckerwasser mit mehr oder weniger Aroma-Stoffen und mehr oder weniger Mineralien und Vitaminen. Letztere reißen nicht unbedingt das Steuer herum, denn diese bekommt man auch in Form von echtem Obst, Gemüse, Fleisch, Fisch oder Eier in höherer Konzentration geliefert.

Süßstoffe sind auch keine Lösung, aber vielleicht sollte ich dazu einen extra Artikel schreiben…

Kommen wir nun zum Kosten-Aspekt:

Die Kosten von Softdrinks, Schorlen und Säften.

Ein grober Blick durch den Supermarkt ergibt: Typische Erfrischungsgetränke kosten ca. 1 Euro pro Liter. Typische Säfte kosten 2 Euro und Mineralwasser schlägt mit etwa 50 Cent zu buche. Macht pro Kopf und Woche also (vorsichtig gerechnet) 5 Euro aus, die man sich sparen könnte, wenn man einfach nur Leitungswasser trinken würde.

Das ist pro Woche immerhin ein ganzes Steak.

Das ist übrigens schon die optimierte Rechnung: Wer mit Bus, Bahn, Auto oder Flugzeug unterwegs ist und „nur mal eine Cola“ oder auch nur ein Wasser kauft, der zahlt schnell den doppelten Literpreis pro 0,25l-Flasche, im Restaurant das vierfache.

Macht schnell pro Woche zwei Steaks aus.

Mineralwasser hat keine nennenswerten Vorteile.

Was ist nun mit Mineralwasser?

Es ist ein offenes Geheimnis, dass Mineralwasser nicht unbedingt qualitativ besser ist als Leitungswasser. Das liegt vor allem daran, dass in Deutschland Leitungswasser deutlich strengeren Kontrollen unterliegt als Mineralwasser, weil ein einziger Fehltritt hier gleich ganze Stadtteile hinrafft.

Auch beim Mineraliengehalt schneiden Mineralwässer oft nicht viel besser oder gar schlechter als Leitungswasser ab (siehe z.B. Spiegel Online: Stiftung Warentest: Leitungswasser ist besser als Mineralwasser).

Ich kann natürlich sehr gut verstehen, dass Mineralwasser auf dem Tisch mehr hermacht, als Leitungswasser. Aber lassen wir uns nichts vormachen: Edles Wasser aus Italien oder den Fidschi-Inseln (Kein Witz, sowas verkauft sich!) ist einfach nur Marketing mit einem horrenden CO2-Abdruck.

Wer Blubberblasen haben will, kann sich ja einen Wassersprudler besorgen und wer Wasser schön verpackt servieren will, dem rate ich einfach zu einer schicken Karaffe. Dann freuen sich Gäste auch über Leitungswasser.

Fazit: Leitungswasser ist gleich drei mal besser!

Kommen wir zum Schluß:

  • Wer Leitungswasser trinkt, lebt gesünder, denn dann vermeidet man zuckerhaltigen Limonaden und Säfte. Seinen Vitaminbedarf füllt man am besten mit echtem Obst und Gemüse auf, statt mit Obstsäften, weil dann insgesamt der Zuckerkonsum geringer ist und man mehr von der Frucht/dem Gemüse hat.
  • Wer Leitungswasser trinkt, wird schlanker. Nicht nur weil man Zucker vermeidet (der alleine schon dick macht), sondern auch weil man früher satt wird: Zucker unterdrückt (dank Fructose) das „Sättigungs-Hormon“ Leptin und hemmt den Abbau des „Hungerhormons“ Ghrelin nach dem Essen. Er sorgt also dafür, dass man pro Mahlzeit mehr isst: Dietary fructose reduces circulating insulin and leptin, attenuates postprandial suppression of ghrelin, and increases triglycerides in women.. Weniger Zucker heißt: Weniger essen. Also auch weniger Geld für Essen ausgeben und das bringt uns zum letzten Punkt:
  • Wer Leitungswasser trinkt, spart Geld, das besser in Form von echten Früchten, Gemüse, Fleisch, Fisch, Eier angelegt werden kann, die mehr Vitamine, Mineralstoffe und Mikronährstoffe enthalten, als Softdrinks, Säfte oder Mineralwasser.

Einen Nachteil hat die Sache nur: Man muss beim Einkaufen weniger schleppen. Wer Leitungswasser trinkt, muss sich also seinen Paleo-Sport statt beim Schleppen im Getränkemarkt woanders suchen…

Tipps für Leitungswasser-Trinker

  • Wenn ich mittags mit Kollegen zum Mittagessen gehe, trinke ich grundsätzlich nichts. In der Firma gibt es nämlich kostenlos gesprudeltes Leitungswasser. Spart mindestens 2 Euro pro Mahlzeit.
  • Unterwegs auf Reisen nehme ich immer eine Trinkwasserflasche mit. Bei Auto- oder Bahnfahrten ist sie gefüllt, bei Flugreisen fülle ich sie nach der Sicherheitskontrolle mit Leitungswasser auf. Das spart mindestens EUR 2,50 pro unterwegs gekaufte Wasserflasche.
  • Wer sich Säfte, Softdrinks oder Schorlen nur schlecht abgewöhnen kann, kann schrittweise mit Leitungswasser verdünnen, bis die Gewohnheit besiegt ist.
  • Wer Gäste einlädt, kann eine schöne Wasserkaraffe kaufen und sie mit Leitungswasser füllen. Macht viel mehr her als Mehrwegflaschen aus dem Getränkemarkt. Vielleicht schneidet Ihr eine Scheibe ungespritzte Zitrone rein, oder gebt ein paar Himbeeren zum Aromatisieren rein?

Was trinkt Ihr?

Ich trinke selber nur Leitungswasser, auch zum Frühstück. Kaffee und Wein als Genussmittel nehme ich heute mal aus der Diskussion raus.

Da Kinder schwieriger von Süßem abzubringen sind, verdünnen wir bei uns zum Frühstück den O-Saft für die Kinder mit der gleichen Menge Wasser. Ansonsten trinken unsere Kinder auch (ohne zu murren) einfach Leitungswasser.

Jetzt seid Ihr dran: Was trinkt Ihr? Zum Frühstück? Zu Mahlzeiten? Zwischendurch?

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Von Constantin Gonzalez am 27.05.2014, aktualisiert: 19.12.2016 in Grundlagen.


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Mein Name ist Constantin, Informatiker und seit 2008 beschäftige ich mich intensiv mit Ernährung, Gesundheit und aktueller Forschung dazu.

Mit der Paleo-Ernährung (oder: „Paleo-Diät“) bin ich heute 18 kg leichter und fitter als je zuvor. Jetzt wandle ich mich vom Couch-Potato zum Athleten. Das hätte ich als klassischer „Geek“ nie gedacht!

In Paleosophie geht es um Paleo-Ernährung, was dahinter steckt, wie sie funktioniert und um immer neue Möglichkeiten, das Beste aus Deinen Genen zu machen. Mehr…

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