Paleosophie | Tipps und Hintergründe für den zivilisierten Urmenschen | von Constantin Gonzalez

Praxistest: Withings Pulse HR Fitnessarmband

Ein Withings Pulse HR Fitnessarmband an meinem Arm

Rechtzeitig zur Sommerzeit habe ich mir ein neues Fitnessarmband gekauft. Warum ein Fitnessarmband? Was bietet so ein Armband jenseits von Schritte zählen? Und warum habe ich mir gerade dieses Modell ausgesucht? All das und noch viel mehr erfahrt Ihr in diesem Praxistest.

Seit etwa 5 Jahren trage ich ein Fitnessarmband von Fitbit (zuletzt ein Fitbit Charge HR*). Warum? Ich finde es interessant, zu wissen, wie viele Schritte man gelaufen ist und weitere Statistiken über sich selbst zu bekommen. Vor allem die Herzfrequenzmessung finde ich toll, sowohl der Ruhepuls als auch der Verlauf beim Laufen.

Im Frühling hat mein Tracker jedoch seinen Geist aufgegeben: Der Akku ließ sich nicht mehr aufladen. Nachdem ich in Deutschland keine Ersatzbatterie fand und das Gerät einige Jahre auf dem Buckel hatte, machte ich mich auf die Suche nach Ersatz.

Nach ausgiebiger Recherche entschied ich mich für ein Withings Pulse HR*, weil es gegenüber den aktuellen Modellen von Fitbit ein paar Vorteile hat, die für mich besser gepasst haben.

Vorweg gesagt: Ich finde sowohl Fitbit als auch Withings als Marken gut. Beide stellen qualitativ hochwertige Produkte her und ich bin mit beiden Marken sehr zufrieden. Die Entscheidung zwischen Fitbit und Withings war für mich recht knapp und Du als Leser hast vielleicht andere Prioritäten. Daher ist dieser Artikel nur als ein Erfahrungsbericht von vielen zu werten und nicht als definitive Entscheidung für oder gegen eine Marke oder Modell.

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Na dann kann es jetzt losgehen:

Meine Kriterien

Keine Uhr: Wenn es um Uhren geht, bin ich Nostalgiker. Ein Etikette-Trainer sagte mal zu mir: „Als Mann darf man nur zwei Schmuckstücke tragen, eine Uhr und einen Ehering.“ Daher möchte ich selber bestimmen, welche Uhr ich trage und warum – unabhängig von ihrer Funktionalität. Auch wenn ich als Geek die Apple-Uhr prinzipiell toll finde, bevorzuge ich immer noch eine richtig schöne, mechanische Uhr und trage keine Smartwatch. Zwei Uhren an zwei Armbändern zu tragen, nur um auch die Funktionalität einer Smartwatch zu haben finde ich albern, also sollte mein Fitnesstracker eher ein unauffälliges Armband sein.

Lange Batterielaufzeit: Mein altes Fitbit-Armband hielt es am Anfang etwa eine Woche ohne Wiederaufladen aus, zum Schluss aber musste ich es jede Nacht aufladen. Das ist doof, weil es dann keine Schlafparameter mehr aufzeichnen kann. Außerdem ist die Stecker-Konstruktion anfällig für Schmutz und es gab einige Verbindungs-Probleme. Mein neuer Tracker sollte eine möglichst lange Batterielaufzeit haben und möglichst einfach aufzuladen sein.

Herzfrequenzmessung: Ich finde es super interessant, Werte zum Ruhepuls und zum Pulsverlauf beim Laufen zu sammeln. Im Moment schaue ich eher aus Neugier darauf, könnte mir aber irgendwann vorstellen, aus den Daten mehr zu machen. Daher sollte mein Tracker unbedingt auch den Puls aufzeichnen, möglichst mehrmals am Tag und während des Trainings.

„Das übliche“: Ansonsten gehe ich davon aus, dass fast alle Fitnesstracker bestimmte Standard-Funktionen mitbringen, die heute üblich sind: Schritte zählen, eine App, die Statistiken anzeigt, die Möglichkeit, Daten zu exportieren, Aufzeichnungsmodi für verschiedene Arten von Trainings, Vibrationswecker usw.

Withings Pulse HR: die Stärken

Aufgefallen ist mir Withings vor ein paar Jahren, als sie einen Fitnesstracker in eine schicke Uhr verpackten und damit dieses doch eher technische Thema auch für die modisch interessierte Welt interessant machten. Sympathisch war mir die Marke auch, weil sie aus Frankreich stammt: High-Tech aus Europa! Und so schenkte ich damals meiner Frau eine Withings Activité Pop*-Uhr zu Weihnachten, die sie seitdem sehr gerne trägt.

Da ich meine Uhr lieber getrennt vom Schrittzähler trage, recherchierte ich für mich die Armband-förmigen Fitnesstracker der wichtigsten Hersteller und stellte fest, dass es bei Withings auch Armband-Modelle gab, die mit den Fitbit-Bändern gut mithalten können und diese teilweise auch übertreffen.

Das größte Plus für mich beim Pulse HR ist sicher die Batterielaufzeit: Während vergleichbare Tracker anderer Hersteller eine Akkulaufzeit von 5 bis 7 Tagen angeben, gibt Withings für den Pulse HR eine Laufzeit von 20 Tagen an. Meinen Tracker trage ich seit dem 1. August und heute (12. August) hat er laut App noch ca. 45 % Batterieladung übrig. Die Herstellerangaben sind hier also realistisch.

Mehr Akkulaufzeit bedeutet größerer Akku und der macht das Gehäuse dicker und schwerer. Dies ist jedoch beim Pulse HR kaum spürbar: Das Design kaschiert die Dicke des Geräts geschickt und das Gewicht ist mir bisher noch nicht aufgefallen: Der Tracker trägt sich sehr angenehm, ohne zu drücken oder zu zwicken. Das Gehäuse ist auf der Armseite aus Metall und ansonsten aus Silikon, was sehr hautfreundlich ist. Modebewusste können sich zusätzliche Armbänder in verschiedenen Farben und Materialien nachkaufen, die einfach ausgetauscht werden können.

Meine Pulsstatistik vom letzten Sonntag

Die Herzfrequenzmessung arbeitet wie erwartet: Im Laufe des Tages misst der Tracker alle halbe Stunde Mindest-, Höchst- und durchschnittliche Frequenz. Befindet sich das Fitnessarmband im Trainings-Modus, misst es die Herzfrequenz alle 30 Sekunden. So erhält man detaillierte Kurven für Trainings und kann auch sonst die Pulswerte über Tage und Wochen beobachten.

Trainings kann man per Knopfdruck am Tracker starten und beenden. Dabei kann man insgesamt zwischen 39 Aktivitäten auswählen, von denen man sich bis zu 5 Favoriten für den Kurzzugriff am Tracker aussuchen kann. So kann man sich ganz einfach ein automatisches Trainings-Tagebuch aufbauen. Das Gerät erkennt aber auch selbständig einige Aktivitäten: Bei mir kategorisierte es automatisch Abendspaziergänge mit meiner Frau als „Gehen“-Aktivität.

Besonders interessant finde ich das Schlaf-Tracking: Über Nacht misst das Armband die Länge und Anzahl von Leicht- und Tiefschlafphasen sowie die Anzahl von Unterbrechungen und die Regelmäßigkeit. Daraus berechnet es einen Schlaf-Index, mit dem die Nacht bewertet wird. Schlaf gehört zu den wichtigsten Gesundheits-Faktoren und gerade heutzutage gibt es mit digitalen Medien, künstlichem Licht und beruflichem bzw. privatem Stress jede Menge Faktoren, die den gesunden Schlaf beeinträchtigen können. Ein simples Feedback zur Schlafqualität mit dem Hinweis, früher ins Bett zu gehen und länger zu schlafen kann die Schlafhygiene deutlich verbessern.

Kleinere Schwächen

Wo Licht ist, ist auch Schatten. Und das ist beim Pulse HR durchaus wörtlich zu nehmen: Die OLED-Anzeige schaltet sich zwar automatisch ein, wenn man sie braucht, ist aber doch ein wenig dunkel geraten. Will man etwa in praller Sonne seine Werte ablesen oder die Trainings-Art einstellen, so muss man entweder einen Schatten aufsuchen oder das Display mit einer Hand abdunkeln. Andere Hersteller scheinen hier heller zu sein. Mein alter Fitbit war heller, hatte aber auch ein sehr kleines Display.

Für mich ist das O.K.: Dafür bekomme ich eine längere Batterielaufzeit und das ist mir wichtiger.

Eine weitere Schwäche ist, dass das Armband keine Stockwerke zählen kann. Mein alter Fitbit hatte einen Luftdruckmesser eingebaut und konnte damit die Anzahl der Stockwerke, die ich per Treppe hochgestiegen bin messen. Das fehlt beim Withings-Tracker.

Ansonsten muss ich sagen, dass ich noch keine weiteren Schwächen gefunden habe: Alles andere funktioniert prima.

Sonstiges: Nützliche Extras

Das Withings Dashboard als Web-Applikation

Ansonsten glänzt das Withings-Band mit nützlichen Extras, die auch bei anderen Geräten üblich sind:

  • Kurznachrichten und Kurzmeldungen bestimmter Apps werden wahlweise mit einem leichten Vibrieren angekündigt und auf dem Armband angezeigt. Das ist besonders praktisch, da man sich damit das Hervorkramen des Handys sparen kann.
  • Auch der eingebaute Wecker ist praktisch: Man kann ihn in der App programmieren und wird dann per Vibration am Handgelenk geweckt. Nützlich, wenn man seine/n Partner/in weiter schlafen lassen will.
  • Die Withings-App ist übersichtlich und benutzerfreundlich programmiert. Sie sammelt alle Statistiken und stellt sie übersichtlich dar. Die gleiche App wird auch für andere Geräte wie Blutdruckmesser oder WLAN-Waage verwendet, sodass sie eine Art Daten-Zentrale darstellt. Wer sich im Web-Portal einloggt, sieht dort ein umfangreiches Dashboard und kann nach Lust und Laune analysieren. Wer programmieren kann, freut sich über eine API, die Zugang zu allen Daten für eigene Anwendungen ermöglicht.
  • Beim Aufzeichnen von Aktivitäten holt sich die App GPS-Positionsdaten vom Handy. Wer also sein Handy zum Joggen mitnimmt, kann nachher seine Strecke genau auf einer Karte mitverfolgen. Das können zwar auch die meisten Lauf-Apps und man darf das Handy nicht zu Hause liegen lassen, ist aber eine schöne Dreingabe für die Statistiken.

Fazit: Toller Tracker mit langer Laufzeit und vielen Extras, nur das Display könnte heller sein.

Nach knapp zwei Wochen mit dem Withings Pulse HR* bin ich immer noch sehr zufrieden damit: Der Tracker fällt kaum auf, zeichnet alles zuverlässig auf und ich freue mich über die täglichen Statistiken sowie die Zusammenfassung meiner Laufergebnisse. Die Pulsmessung funktioniert prima, er kommt wochenlang ohne Batterieladung aus und die vielen Extras runden das Fitnessarmband gut ab.

Mit knapp unter 100 Euro ist der Tracker bezahlbar und kostet je nach Angebot etwa so viel wie konkurrierende Produkte. Für mich ist das zur Zeit der beste Tracker, aber auch mit den Produkten von Fitbit macht man bestimmt nichts falsch. Ich bin sicher, dass die/der ein oder andere Leser/in gute Gründe für andere Tracker hat und das ist auch O.K. so. Und wenn ich nicht ein Fan von mechanischen Uhren wäre, würde an dieser Stelle wahrscheinlich ein Smartwatch-Bericht stehen.

Mein zweiter Favorit ist der Fitbit Inspire HR*. Er ist der Nachfolger meines alten Fitbit, hat eine geringere Akkulaufzeit, dafür ein helleres Display und kann auch Stockwerke zählen. Er kostet zur Zeit etwa 10 Euro weniger als der Withings Pulse HR.

Übrigens: Die 10.000 Schritte am Tag, die oft als Ziel vorgegeben werden, sind eher willkürlich gewählt. Es gibt zwar die Beobachtung, dass Naturvölker deutlich mehr Schritte gehen und weniger sitzen als Zivilisations-Menschen, aber das ist wenig überraschend und ich habe noch keine fundierten Quellen zur Schrittzahl gefunden. Jedoch passen die 10.000 Schritte für die meisten Menschen als Ziel ganz gut und man kann sich die Zahl gut merken. Wer eine andere Vorgabe möchte, kann das in der Regel problemlos in den eigenen Tracker programmieren. Ich komme pro Woche auf deutlich über 70.000 Schritte, aber es gibt Tage, an denen ich die 10.000 nicht ganz schaffe, und andere Tage, in denen ich das Ziel problemlos übererfülle.

Das eigentliche Ziel eines Fitnesstrackers ist es einmal mehr, Transparenz in das eigene Verhalten zu bringen und dadurch mehr Achtsamkeit und Eigenverantwortung zu fördern. Wer öfter mal in die eigene Statistik guckt, erinnert sich auch daran, dass sie/er sich „mehr bewegen“ wollte und ist motiviert, es auch zu tun. Ganz gleich, ob es sich dabei um 10.000, 15.000 oder auch nur 8.000 Schritte handelt.

Welche Fragen habt Ihr denn so zum Thema Schrittzähler, Fitnessarmband und so? Welche Erfahrungen habt Ihr selbst damit gesammelt? Schreibt was dazu in die Kommentare!

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Von Constantin Gonzalez am 13.08.2019 in Testberichte.


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Mein Name ist Constantin, Informatiker und seit 2008 beschäftige ich mich intensiv mit Ernährung, Gesundheit und aktueller Forschung dazu.

Mit der Paleo-Ernährung (oder: „Paleo-Diät“) bin ich heute 18 kg leichter und fitter als je zuvor. Jetzt wandle ich mich vom Couch-Potato zum Athleten. Das hätte ich als klassischer „Geek“ nie gedacht!

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